Die erste Dekade des 21. Jahrhunderts liegt hinter uns. Nur selten zuvor waren Unternehmen und Kapitalanleger derart großen Verwerfungen ausgesetzt: Nachdem die Visionen der „New Economy“ geplatzt waren und nur mit extrem viel Notenbankgeld das Vertrauen von Investoren in unternehmerische Risiken langsam zurück gewonnen werden konnte, stand das Weltfinanzsystem Ende 2008 vor einem bedrohlichen Kollaps.
In den letzten 10 Jahren wurde den Marktakteuren drastisch vor Augen geführt, dass dem ökonomischen Wachstum klare Grenzen gesetzt sind und das Verhältnis von Eigen- zu Fremdkapital in unternehmerischen Projekten ausgewogen bleiben
muss. Es wurden neue, teilweise bittere Erfahrungen gemacht, die das zukünftige Verhalten aller Marktteilnehmer beeinflussen werden. Das Risikoverhalten und die Anlagestrategien der Investoren werden sich verändern, haben sich bereits verändert. Dies wirkt sich aus auf die Projektauswahl der Unternehmen und damit auf den weltweiten ökonomischen Kapitalallokationsprozess.
Was liegt nun vor uns?
Die 6. Jahrestagung des Münchner Finance Forum e.V. beschäftigt sich mit Zukunftsvisionen – mit dem, was möglicherweise vor uns liegen könnte: die Agenda 2020. Die diesjährigen Referenten aus Wissenschaft, Politik und Praxis werden ihre Analysen, Erwartungen und Szenarien präsentieren und damit versuchen, unsere Erwartungen an die Zukunft zu schärfen.